Die Entwicklung des Internetes aus Sicht der Unternehmer
Das World Wide Web entwickelt sich in rasanter Geschwindigkeit, schneller als jedes andere Medium. An der Reise- und Touristikbranche lässt sich diese Entwicklung am deutlichsten aufzeigen. Erinnern Sie sich noch an die Zeit vor der Jahrtausendwende? Und an Flugbuchungen und Reisen? Einen Urlaub in den Bergen buchen? Damals waren es alle Fluggäste gewohnt, mit einem Papierticket zu reisen und bei Vergessen dieses Tickets erst einmal einen langwierigen Prozess der Neuausstellung in Angriff nehmen zu müssen.

Beispiel: Der Flugverkehr revolutionierte die Geschäftswelt
Dann begannen die ersten Fluggesellschaften, erst zögerlich, dann immer energischer, sogenannte e-Tickets auszustellen. Dies bedeutete, dass die Reiseunterlagen im Zentralrechner der Fluggesellschaft gespeichert wurden und der Kunde lediglich die Kreditkarte oder ec-Karte vorweisen musste, um einchecken zu können. Ab 2003-2004 begannen die Fluggesellschaften die Systeme weiter zu öffnen und alle hochwertigen Dienstleistungen zu integrieren: Der Kunde kann nicht mehr nur eine Standard-Reservierung vornehmen, sondern auch allerlei Sonderleistungen bestellen und in vielen Fällen sogar eine Sitzplatzauswahl treffen.
Einer nur geringen Anzahl an Arbeitsplätzen, die im Bereich Buchung und Reservierung weggefallen sind, steht eine große Anzahl neuer Chancen gegenüber, die durch das höhere Reisevolumen bedingt sind. „WWW“ im Flugverkehr bedeutet also: günstigere Marketing- und Vertriebskosten und das Erschließen ganz neuer Kundenschichten.

Die Entwicklung einer echten Zweiwegekommunikation
Die ersten Erfahrungen der Käufer bei Online Shops waren vielversprechend. eBay, Amazon & Co. gestalteten als Innovatoren den Markt. Zunächst waren viele Shops jedoch nicht mehr als ein virtueller Katalog. Der Kunde konnte sich Produkte ansehen und sich im besten Fall noch ein paar Farbvarianten anzeigen lassen. Dann begannen die Unternehmen, den Dialog im Internet zu suchen. Kunden konnten und können echtes Feedback abgeben und eine eigene Produktbeurteilung veröffentlichen. Echtes Kunden-Feedback steigerte die Authentizität und Glaubwürdigkeit des Angebotes enorm. So sehen die Kunden direkt, welches Produkt nicht so ankommt und bei welchem Produkt die Kunden absolut begeistert sind.

Die Verschmelzung der Angebote
Für Unternehmen ist es interessant zu sehen, dass es nicht unbedingt den typischen „Filialkunden“ und den „Internetkunden“ gibt. Deshalb verfolgen Unternehmen zunehmend einen Multi-Channel-Ansatz! Die Angebote sind sowohl online, als auch in der Filiale verfügbar. Zudem gibt es einen Rahmen persönlicher Kontaktmöglichkeiten – je nach Branche. So gibt es die klassische telefonische Bestellannahme und nicht selten auch Spezialisten für Technikfragen. So kann der Kunde fragen zu seinem Hobby und der Produktverwendung stellen. Dies kann im Bereich Freizeit beispielsweise bei der richtigen Übersetzung der Gangschaltung fürs Fahrrad helfen und im Bereich Technik mit der Zusendung eines Links zu den richtigen Treibern enden. Erfolgreiche Unternehmen nutzen deshalb das Internet als einen der wichtigen, aber nicht den einzigen Vertriebskanal.

Unternehmen nutzen das Internet als Sympathieanreger

Für viele Unternehmen bietet das Internet natürlich einen echten Mehrwert. Viel mehr Informationen können angeboten und verteilt werden. Es kann ein Mythos rund um eine Marke geschaffen werden oder die Geschichte und die Idee des Unternehmensgründers erzählt werden. Somit ist das Internet für viele Unternehmen nicht nur ein Schaufenster geworden, sondern auch eine Art virtuelles Museum. Mit der rasant fortschreitenden Breitbandverkabelung ist es sogar möglich, anhand von Animationen und Videos Produkt und Unternehmen ins rechte Licht zu setzen. Damit ergeben sich neue, enorme Möglichkeiten für die Corporate PR. Das Unternehmen muss also mit klassischer Werbung, Zeitungs- und Zeitschriftenanzeigen, auf einem Messedisplay oder durch TV-Werbung die Menschen nur noch neugierig machen und mit QR Code oder Link zum Klicken animieren. Damit wird eine Verlagerung der Wertschöpfung vom klassischen 1-Wege-Medium Fernsehen hin zum interaktiven Medium Internet vollzogen.